Daten der Stadtgeschichte

... die Entwicklung vom Bergbauort zum Mittelzentrum

Erste Bodenfunde aus den Jahren 900 - 1000 n. Chr.
belegen die Ansiedlung von Menschen und eine erste Bergbautätigkeit im heutigen Siedlungsgebiet von Naila.

Aufgrund von Bodenfunden lässt sich feststellen, dass das Gebiet von Naila bereits um 1.000 n. Chr. besiedelt wurde. Um 1100 lässt sich eine Turmhügelbefestigung „Wale“ nachweisen. Am 09.01.1343 wird das „dorf von neulins“ erstmals urkundlich erwähnt, 1435 berichten die Chroniken vom Neubau der St.-Veit-Kirche. Am 21. Dezember 1454, also vor 550 Jahren, bekommt Naila von Markgraf Johann IV. von Brandenburg-Kulmbach das Wappen verliehen – ein Zollernschild und die Abbildung des „wilden Mannes“. Aus dieser Zeit stammen auch Berichte über den sich entwickelnden Bergbau.

Nach Zerstörungen und Bränden im dreißigjährigen Krieg folgt in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein wirtschaftlicher Aufschwung, der durch den Bergbau begünstigt wurde. Nach mehrmaligem Herrschaftswechsel kommt Naila im Jahre 1810 nach Bayern. 1818 erhält Naila die Stadtrechte. Am 03.08.1862 wird der größte Teil der Stadt durch eine Brandkatastrophe zerstört. Die häufigen Brände in Naila zur damaligen Zeit und insbesondere das vorgenannte Ereignis begründen den Spitznamen der Nailaer „Ozünder“. Mit dem Anschluss Nailas an die Bahnlinie Hof – Marxgrün im Jahre 1886 wird das Industriezeitalter eingeläutet. Vorherrschend sind jahrzehntelang Webereien und Schuhfabriken.

Infolge des Zuzugs zahlreicher Heimatvertriebener nach dem zweiten Weltkrieg steigt die Einwohnerzahl Nailas bis Ende 1946 auf rund 6.550 Einwohner an. Nach der Währungsreform 1948 erlebt Naila einen vorher nie dagewesenen Aufschwung in allen Bereichen. Eine rege Bautätigkeit dehnt das Stadtgebiet aus. Die Eingemeindung von Froschgrün im Jahre 1920 und die der Ortsteile in den Jahren 1971 bis 1978 sowie die Altstadtsanierung in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts prägen die gegenwärtige Struktur Nailas. Mit der Wiedervereinigung im Jahre 1990 belebten sich die alten Verbindungen nach Thüringen und Sachsen wieder neu. Seit dem ersten Tag der Grenzöffnung sind die Menschen aus den neuen Ländern als Kunden, Arbeitnehmer und auch als Unternehmer in Naila ansässig geworden. Maßnahmen wie die Umgestaltung des Marktplatzes, des Rathausinnenhofes und nicht zuletzt die umfassende Renovierung der Stadtkirche trugen in jüngster Zeit zu einer Verschönerung unseres Stadtbildes bei.

Zusammenstellung
September 2002
1. Ergänzung 4/2004
2. Ergänzung 7/2008
Willi Schmeißer