veröffentlicht am 05.02.2026

Karl-Heinz Preuß überlässt der Stadt Naila seine einzigartige Bandonion-Sammlung 164 Handzuginstrumente als Dauerausstellung im Forum Naila

l-Heinz Preuß aus Lichtenberg hat seine Privatsammlung von Handzuginstrumenten, Konzertinas und Bandonions der Stadt Naila geschenkt. Im ersten Obergeschoss des Bürger- und Familienzentrums „Forum Naila“ können seltene und wertvolle 164 Instrumente hinter Glas in elf Vitrinen bestaunt werden, dazwischen liebevoll drapierte Figuren, die eben solche Handzuginstrumente in den Händen halten, Bilder von Bandonionspielern und weiteres schmückendes Beiwerk. „In Alter von 88 Jahren heißt es einfach sich Gedanken darüber zu machen, was mit dem Eigentum geschehen soll, und mir war es wichtig, dass die umfangreiche Instrumentensammlung der Öffentlichkeit zugänglich und vor allem erhalten bleibt“, erklärt Karl-Heinz Preuß und erinnert an seine zwölf organisierten Konzerte mit Solisten, Duos und Gruppen aus ganz Deutschland und sogar Gästen aus Argentinien in der TSV-Turnhalle in Lichtenberg. Das letzte fand im Jahr 2018, das erste 2007 statt. 2012 weilten erstmals für zwei Wochen argentinische Gäste, Rosaura Silvestre und Shohei Taniguci, im Frankenwald. Karl-Heinz Preuß, der selbst schon einige Male in der argentinischen Hauptstadt weilte, brachte ihnen Land und Leute nahe. „Leider sind mittlerweile beide verstorben“, bedauert das Ehepaar Anna-Maria und Karl-Heinz Preuß, die erst im vergangenen Jahr in Argentinien weilten. Karl-Heinz Preuß hat selbst erst mit über 50 Jahren mit dem Bandonionspiel angefangen. „Für den Hausgebrauch. 

 

Ich hatte nie einen Lehrer für das Erlernen des Instrumentes und habe mir das Spielen autodidaktisch beigebracht“, erzählt der lachend und auch, dass er noch weitere 30 Instrumente in seinem Besitz habe. „Alle wollte ich noch nicht hergeben, sonst wäre mein kleiner Museumsraum ja komplett leer gewesen und zudem hänge ich auch an meinem Lebenswerk.“ Karl-Heinz Preuß ist gebürtig aus Berlin, lebt seit dem Jahr 2000 mit seiner Frau Anna-Maria Preuß im eigenen Haus in Lichtenberg, hatte sich dort ein kleines Museum eingerichtet, um das ihn Fachleute aus der ganzen Welt beneiden. Sein allererstes Instrument war ein Re-Import aus Argentinien, mit einer sogenanntem „Rheinischer Grifftabelle“. Der Kenner merkt an, dass aber in Deutschland eher das „Einheits-Bandonion“ mit einer anderen Tastatur verbreitet sei. 1. Bürgermeister Frank Stumpf pflegt seit 25 Jahren bereits Kontakt mit dem Ehepaar aus Lichtenberg, erinnert an das erste Gespräch auf einem der Lichtenberger Heimat- und Wiesenfeste und die erste Idee zur Unterbringung der Sammlung im neu sanierten Bahnhof Naila. „Doch das hat sich glücklicherweise zerschlagen, denn ins Forum Naila passt die Sammlung wie die Faust aufs Auge.“ 1. Bürgermeister  Frank Stumpf spricht von einer exklusiven Sammlung, die wohl eine der größten Europas darstellt und die als Dauerausstellung der Nachwelt erhalten bleibe. „Mir bleibt es Dank zu sagen für die Überlassung der seltenen, wertvollen Sammlung.“ Für jedes der Instrumente hat Karl-Heinz Preuß ein Stammblatt mit allen relevanten Daten wie Hersteller, Instrumentenart, Anzahl der Tasten, Material der Stimmplatten ob nun Zink, Alu oder Perlmutt angelegt. Übrigens hat sich Karl-Heinz Preuß seine Inspiration zum Bandonion an Weihnachten 1985 in München geholt. Dort schlenderte er mit seiner Frau durch eine Passage, entdeckte einen Mann mit Koffer, den er wenig später spielen hörte. „Darauf hin begann meine Suche nach einem eigenen Instrument, welches ich nach langer Suche im Raum Darmstadt fand.“ Von dem Verkäufer erhielt Karl-Heinz Preuß die Kontaktdaten zu einem Spieler, der aber nicht weiterhelfen konnte. Erst nach unzähligen Telefonaten und sonstigen Kontaktaufnahmen erhielt Preuß von Karl Borivohl, genannt der Bandonion-Professor, den Hinweis auf ein jährliches Bandonionspieler-Treffen in Aschau und auch den nächsten Termin. „Auf diese Weise kam ich in die Bandonionszene.“

 

Foto: In elf Vitrinen ist die Privatsammlung an Handzuginstrumenten von Karl-Heinz Preuß (rechts) aufgebaut, im Bild mit Ehefrau Anna-Maria und  1. Bürgermeister Frank Stumpf.

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