Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
wir erleben im Januar eine Winterwetterlage, die seit langen Jahren in Deutschland wieder einen extrem hohen Salzverbrauch der Anwender zur Folge hat.
Der flächendeckende Wintereinbruch mit Schnee- und Eisregenperioden sowohl in Deutschland als auch in ganz Europa (dieses Jahr sogar in Ländern wie den Niederlanden) rief in kürzester Zeit einen überproportional hohen Bedarf an Streusalz hervor.
Dadurch leeren sich die Lager auf Seiten der Hersteller als auch auf den Seiten der Industrie rapide und selbst eine volle Produktionskapazität der Salzgruben reicht nicht aus, den tatsächlichen Salzbedarf ohne Verzögerungen zu decken.
Diesem sogenannten „Akkordeoneffekt“ beim Salzbedarf im Winter versuchen sich sowohl die Anwender als auch die Salzindustrie im Laufe des Sommers durch eine entsprechende Lagerkapazitätaufbau anzupassen.
Allerdings hat sich im Zuge des Klimawandels herausgestellt, dass die Extremen im Wetter häufiger werden. Dadurch werden die Bedarfe auch immer weniger planbar und wie in diesem Jahr gekennzeichnet durch einen exorbitanten Bedarf in kürzester Zeit, wodurch es nun zu Lieferengpässen und Salzmangel kommt.
Aufgrund der angespannten Haushaltslage wurde von Bund, Land und Kommunen die Bevorratung in den letzten Jahren immer mehr zurückgefahren. Dies führt nun zu einem erhöhten Bedarf bei der Nachlieferung von Autobahn- und Straßenmeistereien, welche durch die Straßenklassifizierung A-, B-, S- und K-Straßen vorrangig beliefert werden müssen.
Zusätzlich zeigt sich in so hohen Bedarfssituation das schwerwiegende Problem der zu geringen Transportkapazitäten aufgrund von Fahrermangel (derzeit in Deutschland allein bis zu 100.000 Fahrer). Eine Tatsache, die sich schleichend über die letzten Jahre deutlich verschärft hat und weder von der Industrie noch den Anwendern beeinflusst werden kann, da es sich um ein strukturelles Problem handelt.
Die Stadt Naila streut nun aus diesem Grund ein Gemisch aus Salz und Splitt um diese Engpässe auszugleichen bzw. zu strecken. Auch werden nur noch Steilstrecken sowie Schulen und öffentliche Bereiche gestreut. Bei extremen Wetterlagen wie Eisregen, Schnee etc. weiten wir dieses Maßnahme aus um eine fließenden Verkehr und die Sicherheit zu gewährleisten.
Bitte achten Sie beim Gang aus dem Haus und im täglichen Straßenverkehr auf die verschärfte Situation.
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