veröffentlicht am 22.04.2026

Einweihung mit Augenzwinkern: „Pipi-Kaka-Land“ ergänzt die Hidd’n

Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel: Pfarrer Andreas Hesse weihte neben dem Treffpunkt „Hidd’n“ für Jung und Alt nun auch die Toilette mit dem Namen „Pipi-Kaka-Land“ ein. Vor einem Jahr, am Ostersonntag, fand die Einweihung der Hidd’n statt – nun folgte die zwingend notwendige Toilette.

„Die Hidd’n ist bewusst offen, rund um die Uhr, an jedem Tag der Woche. Ein Ort, an dem jeder Mensch einfach hineingehen kann – ohne Anmeldung, ohne Voraussetzungen, ohne Schwellenangst“, erläutert Pfarrer Andreas Hesse, auf dessen Grundstück die Hütte steht.
 

„Heute kommt etwas dazu, das auf den ersten Blick sehr praktisch ist und auf den zweiten Blick erstaunlich viel über das Leben und unseren Glauben erzählt: Wir weihen eine Toilette ein. Und ich sage das bewusst so deutlich, weil genau darin etwas Ehrliches liegt. Eine Hütte ohne Toilette ist auf Dauer kein Ort, an dem man wirklich bleiben kann – mit der Toilette nun schon“, so Pfarrer Hesse in seiner kurzen Andacht. „Die Toilette ist vielleicht der ehrlichste Teil dieser ganzen Hidd’n – mit allem, was dazugehört, mit Stärke und mit Schwäche.“
 

Pfarrer Hesse unterstrich, dass die Toilette entstanden sei, weil Menschen ihren Beitrag geleistet haben: weil Hartmut Geilke sie in vielen Stunden Arbeit gebaut hat, weil Andreas Sell den Bereich betoniert hat und weil einfach ein Herz für diesen Ort vorhanden ist. Er dankte mit Präsenten und betonte, dass die „Hidd’n“ von und durch Menschen lebt, die ihr Herz hineingelegt haben. „Und genau das spürt man – und deshalb feiern wir nicht nur einfach eine Toilette, sondern einen vervollständigten Ort: unsere Hidd’n.“
 

Bürgermeister Frank Stumpf überreichte mit einem Schmunzeln eine Packung Toilettenpapier und eine „Klo-Brille“. Er dankte für die „Erweiterung“ der Hidd’n, die als beliebter Treffpunkt bekannt ist.
 

Die Toilette mit dem beschreibenden Namen „Pipi-Kaka-Land“ (der Name ist keine Eigenerfindung) ist wahrlich mehr als nur eine Toilette. Es liegt ein Gästebuch aus, ein QR-Code für den eigens von Pfarrer Hesse komponierten „Pipi-Kaka-Song“ hängt an der Wand – ebenso wie viele andere Sprüche und Hinweise.
 

Erbaut ist die Toilette in Holzständerbauweise mit Dämmung. Sie verfügt über einen Frostwächter, und das Licht wird über eine Zeitschaltuhr gesteuert. „Natürlich ist der Anschluss an den Kanal erfolgt, und einen Wasseranschluss gibt es vom Haus her“, erläutert Pfarrer Hesse, der allen Unterstützern dankt.

„Unsere Hidd’n wird gut angenommen – von Radfahrern, Wanderern, Haus- und Gebetskreisen. Und einmal im Monat treffen sich die Lustigen Ü70er aus Marxgrün“, erzählt Pfarrer Hesse, der auch von einem großen Felsstein berichtet: „Das war der Taufstein von Nathanael im Steinbruch Beyer, 3,8 Tonnen schwer. Familie Beyer hat ihn nicht nur gespendet, sondern auch hierher transportiert, abgelegt und ausgerichtet.“
 

Er berichtet auch von Andreas Sell, der den passenden Baum für das frühere Bohrloch im Stein gesucht und gefunden und daraus ein Kreuz gebaut hat. „Nachts wird alles durch Solarlicht beleuchtet.“
 

Die Bedenken hinsichtlich einer missbräuchlichen Nutzung der Hidd’n haben sich nicht bestätigt. „Alles läuft in geordneten Bahnen. Die Nutzer achten auf einen sorgsamen Umgang und verlassen den Ort so, wie sie ihn vorgefunden haben.“
 

Auf der Spendenplattform waren für den Toilettenbau über 1.000 Euro eingegangen. „Wir konnten davon das Material sowie die Pellets für den Ofen in der Hütte finanzieren“, freut sich Pfarrer Hesse. „Eine kleine Summe ist übrig – damit starten wir ins Projekt „Dämmung“, weil die Hidd’n im Winter bitterkalt und im Sommer extrem warm ist.“ Dann war geselliges Beisammensein angesagt, und der Song „Pipi-Kaka-Land“ erklang nicht nur einmal.

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