veröffentlicht am 09.07.2026

Ausstellung im Forum Naila: Wenn Krebs Spuren hinterlässt

Die Wanderausstellung „Sichtbar“ im Forum Naila zeigt, welche sichtbaren und unsichtbaren Spuren eine Krebserkrankung hinterlassen kann. Krebs hinterlässt Spuren – viele davon bleiben für Außenstehende unsichtbar. Menschen aus Hochfranken machen diese Erfahrungen und ihre Narben nun sichtbar: In der Ausstellung zeigen sie sich in Fotografien von Jessica Lasnovský, Psychologin, Psychoonkologin und Fotografin aus Münchberg.

Ihre Bilder sind authentisch, unverstellt und ausdrucksstark – teils in Farbe, teils in Schwarz-Weiß. Das Fotoprojekt der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Hof der Bayerischen Krebsgesellschaft gibt den körperlichen und seelischen Folgen einer Krebserkrankung ein Gesicht. Die Ausstellung ist derzeit im Obergeschoss des Forum Naila zu sehen und während der Öffnungszeiten bei freiem Eintritt zugänglich.

Jessica Lasnovský, die in der Krebsberatungsstelle Hof tätig ist, erzählt zu den Fotografien die Geschichten der betroffenen Menschen. „Sind die Haare wieder gewachsen, gilt der Krebs als geheilt. Dann wird erwartet, dass die Betroffenen funktionieren, durchstarten und in ihr Leben vor der Erkrankung zurückkehren“, erklärt sie. Doch viele Folgen blieben für Außenstehende verborgen. Narben, Einschränkungen und seelische Belastungen seien häufig ein Tabuthema. „Die Menschen auf den Fotos haben den Mut, ihre Narben zu zeigen.“

Auch die Perspektive der Angehörigen greift die Ausstellung auf. Lasnovský hat selbst in ihrer Familie eine Krebserkrankung miterlebt. Hilflosigkeit, Hoffnung und niederschmetternde Diagnosen werden ebenso spürbar wie Stärke, Verletzlichkeit und Mut.

Erster Bürgermeister Paul-Bernhard Wagner dankte für die Ausstellung, deren Fotografien zum Innehalten anregen. Lasnovský betonte, dass eine Krebserkrankung Menschen sichtbar und unsichtbar verändere. „Sie hinterlässt Spuren, die weit über die Krankheit hinausgehen – psychisch, seelisch und körperlich.“

Zu den porträtierten Menschen gehört auch Maria-Anna Haas, die Brustkrebs und die anschließende Amputation tief erschüttert haben. „In der Eile entschied ich mich für einen Wiederaufbau, der nicht nur körperliche, sondern auch seelische Spuren hinterließ. Was mir fehlte, war Zeit – Zeit zu verstehen, zu trauern und anzunehmen. Und jemand, der mich auch innerlich begleitet“, ist neben ihrem Porträt zu lesen. Auch der Satz, dass die tiefsten Narben nicht zu sehen seien, bleibt im Gedächtnis: „Sie sitzen dort, wo Worte oft fehlen. Die Liebe meines Partners hat mir geholfen, mich selbst wieder anzunehmen.“

Felix beschreibt, dass der Krebs geblieben sei – nicht nur körperlich, sondern auch als Erfahrung. „Er hat mich geprägt, mich achtsam gemacht, sensibel, stark und dankbar.“ Gracia möchte mit ihrer Geschichte Hoffnung vermitteln. „Denn es ist so viel möglich – trotz und vielleicht auch gerade wegen des Krebses.“ Für sie beschreibt der Satz „Das Ende der Unversehrtheit“ ihre Erfahrungen besonders treffend – mit all ihren positiven, aber auch herausfordernden Aspekten.

 

Info: 

Noch bis Mitte Juli ist die Ausstellung  im ersten Obergeschoss des Forum Naila zu sehen. Der Eintritt ist frei; ein Besuch ist während der Öffnungszeiten möglich. Wer an Krebs erkrankt ist oder als Angehöriger Unterstützung sucht, kann sich an die Psychosoziale Krebsberatungsstelle Hof wenden. Sie befindet sich am Konrad-Adenauer-Platz 1 in Hof. Ansprechpartnerinnen sind Diplom-Sozialpädagogin und Psychoonkologin Monja Huber, Psychologin und Psychoonkologin Jessica Lasnovský sowie Sozialpädagogin Marina Weber. Telefonisch ist die Beratungsstelle unter 09281 / 540090 erreichbar.

 

Foto: Erster Bürgermeister Paul-Bernhard Wagner betrachtet gemeinsam mit Fotografin Jessica Lasnovský die Bilder und lässt sich die Geschichten dazu erzählen.

diese Seite teilen

Das könnte Dir auch gefallen

"Das könnte Dir auch gefallen" überspringen
10 Jahre BioMarkt in Naila

veröffentlicht am 10.11.2022

(Kopie) (Kopie) (Kopie)

veröffentlicht am 09.05.2014

(Kopie) (Kopie) (Kopie)

veröffentlicht am 29.04.2015

Zu "Das könnte Dir auch gefallen" zurückspringen

© 2026 Stadt Naila