Rund 300 Gäste haben am Tag des offenen Denkmals die Gelegenheit genutzt, einen Blick hinter die Kulissen des Loewels-Guts zu werfen. Eigentümer Andreas Loewel führte die Besuchergruppen über das Anwesen und zeichnete dessen Entwicklung vom früheren Hammerwerk bis zum heutigen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb nach.
Seit 1715 befindet sich das Gut im Besitz der Familie Loewel. Einst wurde dort ein sogenannter Zaynhammer mit der Kraft des nahe gelegenen Flusses Selbitz betrieben. In unmittelbarer Nachbarschaft stand der Marxgrüner Hochofen, in dem Erze aus dem Bergamtsrevier Naila verhüttet wurden.
Mit dem Niedergang des Bergbaus im frühen 19. Jahrhundert begann für das Anwesen ein neues Kapitel: Aus dem Hammerwerk wurde ein landwirtschaftlicher Betrieb. Der Familie Loewel gelang der Übergang in die Moderne. Seit mehr als zwei Jahrzehnten wird das Gut nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet.
Beim Rundgang berichtete An-dreas Loewel über den Wandel des Betriebs und die Geschichte seiner Familie. Zudem öffnete er Bereiche, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind. Dazu zählten die alten Felsenkeller für die Lagerung gegenüber dem Anwesen. Sie reichen bis zu 35 Meter tief in den Hang hinein und weisen selbst im Hochsommer eine konstante Temperatur von zwei bis vier Grad auf.
Auch eine Sammlung historischer Traktoren stieß auf großes Interesse. In Zusammenarbeit mit dem Museum Naila präsentierte Museumsleiter Marco Hader auf dem Gut außerdem Exponate, die die Bergbaugeschichte der Region veranschaulichten.
Damit wurde das Loewels-Gut für einen Tag zu einem Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart unmittelbar aufeinandertrafen.
Unter den Gästen war auch Erster Bürgermeister Paul-Bernhard Wagner. Er dankte für den Einblick in die Historie und würdigte das Zusammenspiel von Museum Naila und Andreas Loewel bei diesem Außentermin auf dem Loewelschen Gut.
„Ich bin überwältigt, wie viele gekommen sind, um sich über die Bergbaugeschichte und die Geschichte des Loewelhofs in ihrer Heimat zu informieren“, sagte Paul-Bernhard Wagner
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