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10.01.2020

JaS Jugendsozialarbeit an Schulen an der Grundschule Naila - Mirjam Wolfrum hilft sozial benachteiligten Schülern

"Kinder sind unser wichtigstes Gut, deshalb soll und kann Geld nicht ausschlaggebend für die Förderung sein", stellte Vorstandsvorsitzender des Diakoniewerkes Martinsberg Karl Bayer bei der Vorstellung der neuen Jugendsozialarbeiterin Mirjam Wolfrum für die Grundschule Naila fest. Mirjam Wolfrum war in der ambulanten Familienhilfe tätig und seit 1. November an der Grundschule Naila als Jugendsozialarbeiterin unter der Trägerschaft des Diakoniewerkes Martinsberg.

Die Finanzierung teilen sich das Diakoniewerk Martinsberg als Träger, der Landkreis Hof, der Freistaat Bayern und die Stadt Naila als Sachaufwandsträger. Froh äußerte man sich, dass Jugendsozialarbeit in Grundschulen nicht mehr von der Anzahl der Migranten-Kinder abhängt. Nach Schwarzenbach an der Saale und Münchberg gibt es nun auch an der Grundschule in Naila "Jugendsozialarbeit an Schulen", kurz bekannt als "JaS". Mirjam Wolfrum, 31 Jahre, verheiratet und Mutter zweier Kinder, agiert als Jugendsozialarbeiterin und punktete bereits. Schulleiterin Bianca Schönberger lobt die Offenheit und weiß auch, dass es bereits Gespräche gegeben hat. "Kinder hatten bereits Termine und auch Elterngespräche fanden statt", bilanziert die Schulleiterin, froh über das kostenfreie Angebot, dass es für die Eltern einfacher macht, unbürokratisch Kontakt und Hilfe aufzunehmen. Während der Gang zum Amt oft eine Hürde sei, werde dieses Angebot gerne genutzt. Landrat Dr. Oliver Bär erinnert an die positiven Erfahrungen der JaS an Mittelschulen.

"Es ist wichtig und richtig, frühzeitig die Entwicklung der Kinder zu begleiten und zu unterstützen", betont Landrat Dr. Bär und auch, dass es nichts bringe, wenn die Schule nur den Titel trägt. "Die JaS lebt von der Person und von deren Einsatz und dass es schon Positives zu berichten gibt, verspricht Erfolg." Dr. Bär wies darauf hin, dass es gilt ein Netzwerk aufzubauen. "JaS ist ein Angebot, um Kinder frühzeitig abholen zu können." Die Jugendsozialarbeit richtet sich aber nicht nur an sozialbenachteiligte Kinder. Diese greift auch, wenn es familiäre oder schulische Konflikte und Probleme gibt, Ängste da sind, Schulverweigerung oder auch psychische Belastungen. "Vor einer Krise ist niemand gefeit und Krisen beeinflussen Kinder, ob nun der Verlust eines Elternteils, Trennung oder Scheidung", erläuterte Mirjam Wolfrum. JaS ist Ansprechpartner für Kinder, Eltern wie auch Lehrer, die Beratung und Unterstützung bei den unterschiedlichsten Fragen als auch Problemen wünschen. "Das Wohl des Kindes steht dabei an erster Stelle", betont die Jugendsozialarbeiterin Mirjam Wolfrum, die alle Kinder mit gleichem Wert sieht und dies an zwei Geldscheinen verdeutlicht, der eine zerknittert und verschmutzt, der andere glatt und blank. "Es ist verständlich, dass das Augenmerk auf die Probleme, das Anstrengende gelegt wird, aber dabei wird meist der Wert vergessen", erklärte Wolfrum, die als oberstes Ziel die erfolgreiche Entwicklung des Kindes mit fördern und fordern sieht, mit der Möglichkeit an gesellschaftlicher Teilhabe und der Erhöhung der Chancengleichheit. Sie betont zugleich keine Wunderheilerin zu sein. "Aber ich möchte den Blick umlenken auf den Wert eines jeden Kindes."

Weiter sprach sie von Einzelfallhilfe, aber auch von sozialpädagogischer Gruppenarbeit und Netzwerkarbeit, um eine positive Entwicklung auf ganzheitlicher Ebene voranzubringen. Kreisjugendamtsleiter Gerhard Zeitler informierte, dass der Landkreis 400.000 Euro im Jahr für Jugendsozialarbeit an Schulen investiert. "Wir wissen mittlerweile, dass sich die Kultur mit JaS an den Schulen zum Positiven verändert." Seit 2003 gibt es an der Mittelschule Frankenwald Naila mit Daniel Trzcielinski einen Jugendsozialarbeiter und dies ist durchwegs positiv besetzt. Kreisjugendpflegerin Petra Schultz sieht eine konstante Größe als Jugendsozialarbeiter/in an der jeweiligen Schule als wichtig an. Sie lobte die Zuarbeit der Regierung von Oberfranken und wusste, dass ab dem kommenden Jahr in Bayern aktuell keine neuen JaS-Stellen mehr installiert werden. "Das Förderprogramm JaS 1000 ist erfüllt und abgeschlossen", merkt Schultz erklärend an. Landrat Dr. Bär fügte an, dass es aber nicht bedeutet, dass dies Programm nicht weitergeführt oder ausgedehnt wird. "Der Bedarf von JaS wird gesehen."

1. Bürgermeister Frank Stumpf erinnerte an die Gespräche und den Wunsch zur Installation von JaS auch an der Grundschule. "Es ist wichtig, dass die Kinder spüren ernst genommen zu werden, dass es eine Person für sie gibt, die sie anhört und unterstützt, die zusätzlich da ist." Weiter stellte der Bürgermeister fest, dass man die positiven Auswirkungen von JaS in und für die Gesellschaft leider nicht messen kann. "Der Draht zwischen Jugendsozialarbeiter und Kindern muss glühen und am Glühen gehalten werden, dann passt´s und die Auswirkungen sind und werden positiv, was sich am Beispiel der Mittelschule und auch des Jugendtreffs JuNaited zeigt." Leiter der ambulanten Jugendhilfe Werner Apfelbacher dankte für die Unterstützung und Begleitung bei dem Projekt Jugendsozialarbeit an Schulen. "Wir betreten Neuland und haben vielfältige fachkompetente Unterstützung erhalten." Unter dem Motto "Hand in Hand für Kinder" werden in Kürze noch Flyer ausgeteilt, die Jugendsozialarbeit an Schulen erläutert, um Hemmschwellen abzubauen.