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16.01.2020

Thüga SmartService errichtet ein neues Bürogebäude 12 Millionen Euro-Investition am Standort Naila

Naila - Ein Spatenstich ohne Spatenstich, denn bevor gebaut werden kann, muss erst abgerissen werden. "Wir sind halt außergewöhnlich", meinte Geschäftsführer der Nailaer Firma Thüga Smartservice Rolf Hornfischer schmunzelnd. Zwölf Millionen Euro investiert die Firma Thüga Smartservice am Standort Zum Kugelfang 2 in Naila. Ein neues Bürogebäude soll hier entstehen, möglich geworden durch die Verlagerung des Firmenstandortes FEG auf das ehemalige Carl-Seyffert-Gelände und weiteren Grundstücksverhandlungen. Schon in der Stadtratssitzung im Dezember hatte 1. Bürgermeister Frank Stumpf "von langwierigen Verhandlungen mit gutem Ausgang" gesprochen und unterm Strich steht die Standortsicherung der drei Firmen: Bayernwerk, Thüga Smartservice und FEG in Naila. Das Leistungsspektrum der Firma Thüga Smartservice umfasst sämtliche Aufgaben in den Bereichen Messdatenbeschaffung und Energiedatenmanagement und darunter fallen Software-Entwicklung, RZ-Betrieb, Leitstellenbetrieb für Zählerfernauslesung, Smart Metering, Operative Services und Beratung. Die Firma Thüga Smartservice, vormals Thüga Meteringservice, ist seit 2006 am Firmenstandort in Naila und die Belegschaft von damals 30 Mitarbeitern ist auf mittlerweile über 200 angewachsen, die gegenwärtig in umliegenden Bürogebäuden untergebracht sind. Im entstehenden Neubau werden unter anderem Open Space Arbeitsplätze entstehen. "Die Zusammenführung der Büros und die modern ausgestatteten Arbeitsplätze werden die Zusammenarbeit noch effizienter machen und die Arbeitsbedingungen für die Belegschaft verbessern", ist sich Geschäftsführer Peter Hornfischer sicher. "Bei der Planung des Gebäudes wurde ein besonderer Fokus auf Energieeffizienz gelegt." Die Konzipierung des Gebäudes oblag dem Architekturbüro Jürgen Hoffmann aus Bad Steben und der Innenarchitekt Inka Ott aus Geroldsgrün. Beide dankten für den Auftraggebern. Innenarchitektin Ott erläuterte, dass hohe, helle und lichtdurchflutete Räume entstehen, die 4-er Büros alle höhenverstellbare Tische erhalten und diese an den Fensterfronten platziert werden. In der Mitte der Räume werden Lounge Zonen und Projekträume entstehen, zudem Kreativbereiche mit Sofa und wenn es nach der Innenarchitektin geht, auch mit Schaukel. "Darüber müssen wir noch mal reden", meinte sie in Richtung Geschäftsführung und erntete Schmunzeln. Das Gebäude wird insgesamt 3.900 Quadratmeter Bürofläche bei einer Grundfläche von 45 mal 25 Meter umfassen und sich über vier Geschosse erstrecken. Es entsteht direkt neben dem bestehenden Gebäude der Thüga Smartservice und wird insgesamt 150 Mitarbeiter Platz bieten, so dass nach der Fertigstellung die gesamte Belegschaft von über 200 Mitarbeitern in zwei direkt nebeneinander befindlichen Gebäuden untergebracht werden kann. Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Dr. Hans-Peter Friedrich, teilte mit, dass sein Abschluss der CSU-Klausur in Kloster Seeon in Naila stattfindet. "Hier ist die Realität", betonte Dr. Friedrich und blickte gebürtiger Naalicher auf die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Naila, des Standortes "Zum Kugelfang" im speziellen zurück und betonte, dass sich auch hier die Wirtschaftsgeschichte Deutschlands widerspiegelt, die in drei Wellen verlief. "Nach der Industrieproduktion mit beispielsweise den Firmen Serag Wiessner und Thierron in der zweiten Welle ist man nun mit der Digitalisierung, der neuen industriellen Revolution, mit der dritten Welle angelangt und diese bietet große Chancen", bilanzierte Friedrich, der aber auch wusste, dass die Digitalisierung in der Bevölkerung umstritten sei. "Es gibt die Sorge, dass durch Digitalisierung Arbeitsplätze verschwinden und verloren gehen, aber hier zeigt sich die Digitalisierung als große Chance und mit dem Beweis von neuen Arbeitsplätzen." Dr. Friedrich blickte auf das Wachstum der Firma von 2006 bis heute und betonte, dass die Geschäftsführung mit Zielsicherheit die Chancen erkannt und Möglichkeiten genutzt hat. Landrat Dr. Oliver Bär gab zu, sich auch über ein Geschenk nach dem 24. Dezember zu freuen. "Heute gibt es mit dem Spatenstich ein Geschenk", betonte sehr und machte aus seiner Freude keinen Hehl. "Hier wächst ein starkes Unternehmen in der Zukunftsbranche und es wächst im Landkreis Hof." Der Landkreischef stellte fest, dass aus dem Frankenwald heraus Deutschland mit entwickelt wird. "Die Entscheidung zu erweitern ist eine klare Ansage, dass Digitalisierung aus dem ländlichen Raum heraus erfolgen kann und zudem für den ländlichen Raum." Dr. Bär merkte zudem an, dass Menschen entscheiden, wo sie arbeiten und leben wollen und dass die Arbeit dahin geht und kommt, wo die Lebensqualitäten passen. "Die Erweiterung ist eine strategische Entscheidung, die auf vielen Bausteinen fußt." 1. Bürgermeister Frank Stumpf unterstrich, dass die Investition von 12 Millionen eine Hausnummer und kein Pappenstiel sei. "Es war nicht einfach die Erweiterung zu ermöglichen, doch jetzt ist der Platz da, um in die Breite und Höhe zu wachsen." Stumpf sprach von einem Tag der Freude, dem Schaffen von neuen Arbeitsplätzen und untermauerte dies mit den Zahlen von 3.486 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen vor fünf Jahren und aktuell rund 3.900. "Das ist eine Steigerung von zehn bis elf Prozent." Der Bauzeitraum ist bis Mitte 2021 terminiert. Architekt Jürgen Hoffmann merkte an, dass man sich bemühe das Vorhaben bis Ende 2021 abzuschließen. Er sprach von einem Holzmassivbau mit Schulungsraum, Kantine und großzügigen Büros. Die Genehmigungen erfolgten von der Stadt Naila, dem Landkreis Hof und der Hauptgesellschafterin: Thüga Aktiengesellschaft in München.