veröffentlicht am 02.11.2023

Die Kärwamadla und Kärwaburschen Marxgrün feiern

Wer hat Kärwa, mir ham Kärwa“ erklang lautstark zwei Tage lang im Nailaer Ortsteil Marxgrün. Der Verein „Kärwaburschen Marxgrün“ zog am Kirchweihwochenende singend von Haus zu Haus, um auf die Kärwa aufmerksam zu machen. Das lange Festwochenende begann am Donnerstag mit dem Ausgraben der Kärwa-Kiste, die im Garten von Daniel Popp vergraben war. „Immer bei jenen, der zuerst abbrechen muss, wird die Kärwa-Kiste vergraben“, erzählt er lachend und erklärt, dass er ja im Geroldsgrüner Ortsteil Hirschberglein wohnt und man somit „das Ausgraben“ an die Marxgrüner Christuskirche verlagerte und von dort mit einem Fackelzug zum Raum der Landjugend Marxgrün wanderte, um den Kärwa-Wagen zu schmücken. 

Nach den geringen Besucherzahlen des Kärwa-Tanz in den zurückliegenden Jahren hatten sich die Kärwa-Burschen für einen „internen“ Kärwa-Tanz entschieden. Ausgelassen und heiter startete am Samstagmorgen der erste Kärwa-Umzug, zu dessen Start auch der 1. Bürgermeister Frank Stumpf vorbeikam und nicht mit leeren Händen. Er hatte „flüssige Verpflegung im Gepäck“ und es gab obenauf eine Spende in die Spardose der Kärwa-Burschen. Zugleich betonte der Bürgermeister, dass die Pflege der Traditionen rund um die Kirchweih mit musikalischen Umzug, gutem Essen und Gottesdienstbesuch sehr lobenswert sei. Erstmals beim Kärwa-Umzug mit von der Partie ist der neue Marxgrüner Pfarrer Andreas Hesse - im Gepäck eine Teufelsgeige. „Ich bin der Marxgrüner Pfarrer und wenn ich beim Kärwa-Umzug nicht dabei bin, wo denn dann?“ Bei der Frage nach dem Vereinsbeitritt ließ er sich nicht zwei Mal bitten und füllte den Antrag an Ort und Stelle auf. „Jetzt zählt unser Verein 62 Mitglieder“, stellt der Vorsitzende Daniel Popp erfreut fest und bilanziert, dass davon 20 Kärwa-Madla und -burschen an den beiden Umzugstagen mit von der Partie sind. Schnell wird noch der Kärwa-Hut von Pfarrer Hesse geschmückt, lange rote Bänder sind als Erkennungszeichen Pflicht. 

Hilfe gibt es von 1. Bürgermeister Stumpf. Dann wird’s musikalisch und wenn die „Kärwa-Leit“ Lieder anstimmen, werden sie von zwei Teufelsgeigen und verschiedene Percussion-Instrumenten begleitet, schließlich brauchte es etwas Takt und Rhythmus. Bei den Umzügen führte der singende Trupp Spardosen mit, die sie immer wieder klappernd den Zuhörern entgegenhielt, um auf das Füllen aufmerksam zu machen. „Zum einen fallen Unkosten rund um die Kärwa an und zum anderen wollen wir oben am 2010 aufgestellten Feldkreuz mit herrlichen Rundumblick eine Sitzgelegenheit aufstellen, sodass sich Spaziergänger und Wanderer niederlassen können“, erzählt Daniel Popp und betont, dass das gespendete Geld nicht einbehalten, sondern den Marxgrünern wieder zurückgegeben werde. 

Dann war’s Zeit fürs Frühstück, dass Familie Bayreuther servierte. Danach ging es frisch gestärkt, singend, schunkelnd und musizierend die Straßen entlang und dabei hielten die Burschen so manches Auto an, spielten kurzerhand ein Ständerla und klapperten mit der Dose. Nicht nur das Feiern gehörte zur Kirchweih, sondern auch der gemeinsame Besuch des Festgottesdienstes und ein gutes Essen, dass Montag auf Bestellung serviert wurde; Gansbrust oder Roulade mit Klößen oder Käsespätzle.

Unser Bild zeigt die „Kärwa-Leit“ mit 1. Bürgermeister Frank Stumpf (Zweiter von links) und Pfarrer Andreas Hesse (Zweiter rechts) gemeinsam mit Kärwa-Hund Sally.

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