veröffentlicht am 10.11.2023

Bürgerversammlung der Stadt Naila – Teil 1: Baumaßnahmen, Abbrüche und Neugestaltung

Die Bürgerversammlung im VHS-Raum in der Walchstraße 15 war gut besucht. Es gab von 1. Bürgermeister Frank Stumpf einen Rückblick mit Zahlen und Projekten sowie von Alexander Schrammek von der Energieagentur Nordbayern GmbH ein Zwischenergebnis zum Energienutzungsplan der Stadt Naila.

Zahlen – Die Gewerbesteuer liegt bei drei Millionen Euro und die Gewerbesteuerumlage bei 309 Millionen Euro. Mit 3,950 Millionen Euro schlägt die Einkommenssteuerbeteiligung zubuche, die Umsatzsteuerbeteiligung mit 700.000 Euro. Die Schlüsselzuweisungen betragen 2,456 Millionen, die Kreisumlage 4.051 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten sind mit 3.537 Millionen Euro beziffert, der bisher niedrigste Schuldenstand. Die Stabilisierungshilfe beträgt 300.000 Euro. Diese erhält die Stadt Naila seit neun Jahren, insgesamt 6,57 Millionen Euro. 

Kinderbetreuung – Die Stadt Naila investiert jährlich rund 850.000 Euro in die Betreuung der Null- bis Sechsjährigen. Der Gesamtanspruch der Förderung nach dem BayKiBiG beträgt zwei Millionen Euro, die Gesamtsumme der Landeszuschüsse 1,157 Euro und der Eigenanteil der Stadt 851.663 Euro. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2022. 1. Bürgermeister Stumpf erinnerte an die Verabschiedung der Leiterin des Kindergartens „Hand in Hand“ Christine Adelt in den Ruhestand und nannte als neue Leiterin Nicole Plate. Auch den entstehenden Kita-Neubau in der Albin-Klöber-Straße, Ecke Dompfaffenweg, dessen Träger und Betreiber der BRK-Kreisverband Hof sein wird, listete der Bürgermeister auf.

Bauprojekte – Generalsanierung der Grundschule Naila mit offener Ganztagsschule mit Gesamtkosten von 7.272 Millionen Euro bei einem Eigenanteil von 2.677 Millionen Euro. Sanierung und Umnutzung des ehemaligen „Weka“-Kaufhauses in ein Familien- und Bürgerzentrum mit Gesamtkosten von rund 9,5 Millionen Euro bei einem Eigenanteil von circa 1,3 Millionen Euro. Sanierung des Anwesens zur Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus, Raiffeisenplatz 4 im Ortsteil Marlesreuth mit Gesamtkosten von 1.050 Millionen Euro bei einem Eigenanteil von 480.000 Euro. Neubaugebiet Nördlich Stebener Weg mit Baukosten von rund 900.000 Euro mit 44 Bauplätzen von denen 17 bereits verkauft sind. Glasfaserverbindungsleitungen städtischer Einrichtungen mit Baukosten von zirka 160.000 Euro mit Grund- und Mittelschule, Rathaus/Jugendtreff, Feuerwehr Naila, Familien- und Bürgerzentrum, Bahnhof und städtischen Bauhof. Bürgermeister Stumpf erläuterte, dass der Hauptserver im Rathaus Naila installiert werde, sodass hohe Investitionskosten für jeweils eigene Strukturen in den Einrichtungen eingespart werden können. Kleinbaumaßnahmen an der Wasser- und Abwasserversorgung mit Neuerstellung und Erneuerung von Hausanschlüssen, Erneuerung von Schieberkreuzen und Hydranten, Wasserrohrbruchsuche und Reparaturen von jährlich 155.000 Euro. Teilerneuerung Trinkwasserleitung in Lippertsgrün, Pechreuther Weg auf einer Länge von 30 Meter mit Kosten von circa 14.500 Euro sowie in Mittelklingensporn auf einer Länge von 35 Meter mit Kosten von 18.500 Euro. 

Spielplätze und Freizeitanlage – Calisthenics-Anlage am Ludelbachgelände mit Kosten von 21.000 Euro bei einem Eigenanteil von circa 16.000 Euro. „Diese erfreut sich einer starken Nutzung“, bilanzierte Stumpf und dankte für die finanzielle Unterstützung einer „befreundeten Stiftung“. Spielplatzneubau im Baugebiet Linden mit Baukosten von 25.000 Euro, die von der Stadt im Gesamten getragen werden. Errichtung einer neuen Stelenanlage und weiterer pflegefreier Gräber im Friedhof Naila mit Kosten von 43.500 Euro. 

Abbruchmaßnahmen – Rückbau der Mühlstraße mit den Anwesen 7,9, 11 und 13 sowie einer dahinterliegenden Scheune im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern mit Gesamtkosten von 275.000 Euro bei einem Eigenanteil von 37.200 Euro. „Die dabei freigelegten Keller unter der Sägleithe werden für die Nachwelt erhalten bleiben“, informierte Bürgermeister Stumpf und auch, dass die Fläche zur Bebauung angeboten werde. Abbruch des ehemaligen Kino im Marlesreuther Weg 1 mit Gesamtkosten von 163.000 Euro bei einem Eigenanteil von 131.000 Euro. „Es soll eine Verbindung zwischen dem Marlesreuther Weg und dem Ärztehaus geschaffen werden“, informierte Stumpf und ergänzte, dass Gespräche mit den Nachbarn zur Neuordnung der Grundstücke mit Begradigung der Grenzen geführt werden. 

Wie geht es weiter nach dem Abriss der Gebäude, Albin-Klöber-Straße 27 und 29 wollte ein Bürger wissen. „Die Engstelle ist vorerst mit den geförderten Maßnahmen gebäudemäßig bereinigt“, informierte Stumpf und auch, dass mittelfristig die Engstelle beseitigt werden solle. „Es ist nicht ganz einfach“, betonte der Bürgermeister und listete auf, dass eine barrierefreie Kreuzung entstehen soll, Untersuchungen hinsichtlich Ampelanlage und der dort stehenden Schaltkästen hinsichtlich Elektrik laufen. Am Ende soll die Engstelle beseitigt werden und das verbleibende Grundstück wieder einer Bebauung zugeführt werden. 

Angst gibt es mit Blick auf die immer wieder auftretenden extremen Regenfälle. „Wir waren 2021 gerade an der Grenze.“ Dabei wird erinnert, dass der Siegelbach den Kindergarten Froschgrün unter Wasser gesetzt hatte. „Wenn das Culmitzbecken von Schwarzenbach am Wald beginnend von dieser Niederschlagsmenge betroffen gewesen wäre, dann wäre die Kronacher Straße unter Wasser gestanden“, betonte Rainer Lang.  1.  Bürgermeister Frank Stumpf versicherte, dass Hochwasserschutzplanungen stattfinden. Stadtbaumeister Jörg Hohenberger informierte, dass vom Wasserwirtschaftsamt Hof der Hochwasserschutz für die Selbitz berechnet und geplant werden, aber die Kapazitäten begrenzt seien. Lang merkte an, dass man ja einen Damm mit Rückhaltebecken für das Einzugsgebiet der Culmitz bauen könne. Stadtbaumeister Hohenberger betonte, dass die Verrohrung der Culmitz für ein Jahrhunderthochwasser ausgelegt sei und verwies auf das Konzept Schwammstadt, um möglichst viel anfallendes Regen- beziehungsweise Oberflächenwasser vor Ort aufzunehmen und zu speichern, anstatt es lediglich zu kanalisieren und abzuleiten. „Wir haben schon vor Jahren begonnen, dass der Einbau von Zisternen in Neubaugebieten vorgeschrieben seien und bei Parkplatzbau gibt es die Auflage diese mit versickerungsfähigen Oberflächen erstellt“, erläuterte der Stadtbaumeister und betont, dass das „große Umdenken“ für Hochwasserschutz schon lange da sei, aber die Umsetzung nicht von heute auf morgen erfolgen könne. Auf Rückfrage von Bürgermeister Stumpf teilte Lang mit, dass die Ängste nicht gebannt seien. 

Abschließend gab es noch den Einwurf „Bürgerwindrad“. 1. Bürgermeister Frank Stumpf erinnerte an die vor Jahren stattgefundene Umfrage an alle Haushalte hinsichtlich Stationierung von Windanlagen. „Damals sprachen sich 75 Prozent, die sich schriftlich gegen Windkraftanlagen auf dem Stadtgebiet von Naila dagegen ausgesprochen.“ Auch gegen die Planungen der Freiflächen-Fotovoltaikanlagen gab es Widerstand, sogar Rechtsstreite. „Die Zeiten haben sich geändert und wir werden uns damit beschäftigen müssen.“    (Teil 2 folgt in der nächsten Ausgabe)

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